Freiwilliger werden

Jeden Einzelnen von uns hat es aus den unterschiedlichsten Gründen zu SARA geführt. Sie haben uns dazu gebracht, unsere Zeit zu opfern und auf die eine oder andere Weise den Kreaturen zu helfen, die unsere Hilfe brauchen und die andere im Stich gelassen haben. Den zahlreichen treuen freiwilligen Helfern gehört unsere Anerkennung und unser großer Dank. An dieser Stelle wollen wir ihrem Engagement eine Stimme geben. Wir wollen sie zu Wort kommen lassen, weshalb sie sich zum Teil bereits über einen langen Zeitraum hinweg unermüdlich für die Würde und das Wohl unserer Tiere einsetzen. Hier erzählen Sie mit ihren eigenen Worten ihre Geschichte.

 

Carmen Maria – Freiwillige seit 2010
„Auf meine Tätigkeit als Freiwillige bei SARA habe ich mich bereits lange gefreut, schließlich liebe ich Tiere! Eines Tages stieß ich im Internet auf SARA und ich beschloss, einmal vor Ort vorbeizuschauen, um die Einrichtung näher kennenzulernen. Anfangs führte ich Hunde nur aus, dann aber wollte ich mehr tun. Mir wurde klar, dass mein Leben den Tieren gehört und dass sie mir diese Art von Liebe geben, die ich in Worten nicht ausdrücken kann.

Zahlreiche Tiere sind inzwischen durch meine Hände gegangen, aber von zwei speziellen Beziehungen zu Hunden möchte ich berichten. Die erste Geschichte war der Grund, weshalb ich mich als freiwilliger Helfer verpflichtet habe. Ich erfuhr von einigen Welpen bei SARA, die schwach und in einem schlechten Zustand waren und mit der Flasche gesäugt werden mussten. Ich bot umgehend meine Hilfe an. Ursprünglich waren es sechs Welpen. Als ich ankam, waren noch fünf von ihnen am Leben und ich nahm sie in meine Hände. Nach wenigen Stunden verstarb ein weiterer. Dann noch einer und noch einer. Am Ende überlebten lediglich zwei von ihnen. Ich erkannte, wie wichtig wir als freiwillige Helfer waren.

Die zweite Geschichte spielt in der Gegenwart. Eines Tages fand man „Goldberg“ bei los Dolores in einem erbärmlichen Zustand. Nach einigen Monaten bei SARA beschloss ich, dass er seine letzten Tage bei mir zu Hause verbringen sollte, so lange, bis man ein anständiges Zuhause für ihn finden würde. Er ist ein älterer Hund, der bis dato nicht wusste, wie sich die wahre Wärme eines Zuhauses anfühlt.

Ich erzähle diese Geschichten, weil sie nicht nur Teil des Tierheims, sondern auch Teil von mir sind. Es sind keineswegs die traurigsten Geschichten. Wir alle können dazu beitragen, die Dinge zu verbessern. Werden auch Sie Freiwilliger!“

 

Nuria Camañes – Freiwillige seit 2010
„Alles begann mit diesen beiden Katzengeschwistern, die fast zufällig in unser Leben kamen. Ich war nach Lanzarote gezogen und hatte bereits von SARA gehört. Ich war entschlossen, der Einrichtung aktiv zu helfen. Also suchte ich das Tierheim im Internet und schreib eine E-Mail, um mich zu informieren. Ich hatte noch nie Katzen. Die Wahrheit ist: Ich wusste kaum etwas über ihre Eigenschaften oder ihre Gewohnheiten, aber diese beiden Geschwister brauchten mich. Sie konnten nicht im Tierheim bleiben, da ihnen an den Vorderpfoten die Krallen fehlten, was bedeutete, dass sie nicht in der Lage waren, sich gegen Angriffe anderer Tiere  zu verteidigen. Ich nahm sie am Samstag, den 6. November 2010, mit zu mir nach Hause.

Bereits nach wenigen Tagen hatte ich sie in mein Herz geschlossen und es war mir unmöglich, sie wieder wegzugeben. Ich kann nicht genau sagen, was mich an die beiden bindet. Es ist ein Gefühl von Frieden und Ruhe. Jedes Mal, wenn ich sie ansehe, sehen sie mich an. Es ist schwer zu beschreiben. Sie berühren mein Herz. Weil ich weiß: Was sie tun, sie tun es aus dem Herzen.

Zuerst tat es mir weh, als ich daran denken musste, wie es wohl sei, die Würfe kleiner Kätzchen, die ihre Mütter bei mir zu Hause zur Welt gebracht hatten, nach einigen Tagen ins Tierheim zu bringen , damit sie von dort zu neuen Familien gegeben werden konnten. Irgendwann begriff ich, dass dies meine Rolle ist, ihnen Schutz zu geben, um Kraft zu schöpfen, kurz ihnen einfach zu helfen, vorwärts zu kommen. Ich möchte Menschen, die Tiere mögen, ermutigen, sich zu engagieren. Es ist eine überaus lohnende Aufgabe.“

 

Anabel Díaz –  Freiwillige seit 2010
Seit 2010 bin ich als Freiwillige bei Sara. Ich habe angefangen mit den Sara-Hunden Gassi zu gehen, mal eine Stunde, ein anderes Mal zwei Stunden am Tag. Bis eines Tages die Welpen Jury in mein Leben traten. Da es keinen Platz im Tierheim gab, wurde für sie eine Pflegefamilie gesucht. Ich nahm zwei Welpen bei mir auf. Zwar hatte ich schon eine zehnjährige Hündin, aber ich war mir sicher, dass sie die Welpen akzeptieren würde. Und so war es auch. Seitdem habe ich bereits 36 Pflegehunde bei mir aufgenommen, von allen habe ich natürlich noch Fotos.

Ich fing an, täglich ins Tierheim zu gehen, um die Zwinger zu putzen, mit den Hunden spazieren zu gehen und auch um mit ihnen zu schmusen. Irgendwann kommt ein Moment, in dem man sowohl mit den Menschen als auch mit den Hunden im Tierheim in eine Symbiose tritt.

Eines Tages kam Mallorca ins Tierheim, meine Mallorca – eine kleine Hündin, die aus katastrophalen Verhältnissen stammte. Sie hatte weder Wasser, noch Futter, als sie in einem heruntergekommem Haus von einer Freiwilligen gefunden wurde, die sie zu Sara brachte. Die Hündin war völlig apathisch. Dann aber passierte etwas Magisches: Schon am zweiten Tag im Tierheim lief sie auf mich zu, schon nach kurzer Zeit konnte ich ohne Leine mit ihr Gassi gehen. Es war einfach unbeschreiblich.
Mallorca wurde nach Deutschland vermittelt und kam in eine Familie, die sie über alles liebt. Das ist das Los der Freiwilligen, bei jedem Hund, der Sara verlässt, trauert man ein bisschen.

Die Wende in mein Leben brachte schließlich Perla. Wegen ihr traf ich die wohl wichtigste Entscheidung, die ich je getroffen hatte. Ich schmiss nach 20 Jahren meinen Job als Finanzbuchhalterin hin und wurde Hundefriseurin. Seitdem frisiere ich die Sara-Hunde, damit sie sauber und gepflegt in ihr neues Zuhause kommen.

Seitdem ich Freiwillige bei Sara bin, bin ich rundherum zufrieden und ich hoffe, dass ich noch viele weitere glückliche Jahre bei Sara erleben werde. Wenn ich traurig oder schlecht drauf bin, spenden mir die Tierheimhunde Trost, man vergisst seine Probleme, wenn man in die Hundeaugen schaut, die sehnsüchtig darauf warten, Gassi zu gehen und gestreichelt zu werden.

Das Gefühl ist einfach unbezahlbar. Ich werde immer dem Sara-Team dankbar sein, dass sie mich so toll aufgenommen haben. Ich danke auch den anderen Freiwilligen, die immer Gewehr bei Fuß stehen, um den Tieren zu helfen. Ich habe ganz tolle Menschen kennen- und schätzengelernt. Ich kann es nur jedem raten, Freiwilliger bei Sara zu werden.